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Wie wird die Händigkeit getestet?

Wer sich mit der Frage herumschlägt, welche Händigkeit das eigene Kind hat, der hat ein Problem. Gibt man bei google "Test Händigkeit" ein, sträuben sich einem die Haare, wenn man das, dort angebotene, als kundige Person liest. Die allgemein gültige Meinung scheint zu sein, dass man nur mal klatschen müsse, mal etwas greifen und dann sieht man ja, welche Händigkeit man hat oder eben das Kind - ganz einfach!

 

Oder wenn es das nicht ist, dann macht man halt mit seinem Kind einen dieser unglaublich sinnvollen Papier - Bleistift - Tests. In diesen Tests müssen die Kinder entweder Punkte in Kreise machen oder Linien zwischen zwei anderen Linien malen und das dann eben mal mit rechts und mal mit links und dann sieht man ja, welche Hand besser und schneller ist - ganz einfach!

 

Was aber wird denn da getestet? Dominanz? Oder welche Hand mehr geübt hat? Und vor allem bei welcher Tätigkeit? Punkte und Linien malen - nichts weiter.

 

So einfach ist es nicht!

 

Wäre es so einfach, dann gäbe es keine Eltern mit wechselnden Kindern mehr, die müssten ihre Kinder ja nur beobachten. Das tun diese Eltern auch und zwar ständig. Kinder mit wechselndem Handgebrauch heißen ja so, weil sie eben den Handgebrauch wechseln und zwar bei der ein und selben Tätigkeit und während der ein und selben Tätigkeit. Das ist ja das Problem.

 

Aus meiner Sicht, und die teile ich mit den allermeisten Fachleuten auf diesem Gebiet, geht bei wechselndem Handgebrauch kein Weg an einer professionellen Händigkeitsabklärung vorbei. Diese Abklärung ist eine qualitative Beurteilung der Händigkeit. Es geht darum, wann macht welche Hand was und warum und vor allem, warum macht die andere Hand das nicht und was macht die währenddessen? Wir beschäftigen uns 1 1/2 bis 2 Stunden mit einem Kind, nehmen alles auf Video auf, werten hinterher aus. Weil wir währenddessen damit beschäftigt sind jegliche Spielsituation händigkeitsneutral zu gestalten und dem Kind den Eindruck zu vermitteln, dass es gerade um das Spiel geht und nicht um das Kind selbst. Eine möglichst unvoreingenommene Haltung des Kindes ist gefragt. Wir beobachten das Kind in spontanen Tätigkeiten, die von der Umwelt nicht geprägt werden, in Tätigkeiten, die von der Umwelt geprägt werden und in Tätigkeiten, die von Material oder Gerät beeinflusst werden. Der Abklärungsbogen von Fr. Dr. Sattler kursiert im Netz und ich glaube, das bereut sie bis heute. Denn einfach diesen Bogen mit einem Kind durchzugehen, das ist keine Abklärung! Die Beurteilung des gesamten Tätigkeitsablaufs, die Erfahrung, das Know-How ist das Wichtige und das bringen Linkshänderberater eben als einzige Berufsgruppe mit sich.

 

 

Sehen Sie bitte ausdrücklich von allen anderen Experimenten auf diesem Gebiet ab. Die Kinder sind ja keine Hasen!

 

Rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir eine email, wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben.