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Der richtige Stift zum Schreiben lernen

 

Die Frage nach dem richtigen Stift zum Schreiben lernen beschäftigt viele Eltern und auch Lehrer.

Ganz zu Anfang ist es noch relativ leicht. Der frisch eingeschulte ABC Schütze braucht definitiv erstmal dickere Blei- und Buntstifte im Dreiecksformat. Dieses dreieckige Form gibt den Kindern die Fingerpositionen am Stift vor. Auf die eine glatte Fläche der Daumen, auf die nächste der Zeigefinger und der Mittelfinger wird unter die dritte Fläche gelegt. Soweit alles ganz einfach!

 

Komplizierter wird es, wenn das Kind in der zweiten Klasse zum Ende hin den Füller benutzen lernt. Hier ist erstmal grundsätzlich klar, dass der Rechtshänder einen Rechtshänderfüller und der Linkshänder einen Linkshänderfüller bekommt. Allerdings möchte ich euch Eltern nicht raten, einfach irgendeinen Füller zu kaufen oder auf jeden Fall den, den ich selbst früher schon hatte. Es gibt heute sehr viel mehr Marken auf dem Füllermarkt, unsere Generation hat sich hier ja meist schon länger nicht mehr getummelt.

Der Füller soll in einem gut sortierten Schreibwarenladen ausprobiert werden. Bei Linkshändern eignen sich Schreibwarenläden, die Mitarbeiter haben, die von Fr. Dr. Sattler persönlich geschult worden sind. Man findet diese Läden auf der Seite von Fr. Dr. Satter: www.lefthander-consulting.org unter Netzwerk/Angebote und Läden und Versand. Natürlich hat nicht jeder einen solchen Laden in der Nähe. Linkshänderfüller haben mittlerweile eigentlich alle Schreibwarenläden und von den allermeisten Rechtshänderfüllern gibt es eine Linkshändervariante. Lassen Sie ihr Kind, egal ob rechtshändig oder linkshändig, den Füller erstmal in die Hand nehmen. Er soll in die Hand passen, sich für das Kind angenehm anfühlen und vom Gewicht her nicht zu leicht und nicht zu schwer sein. Dann erklärst du deinem Kind wie man mit einer solchen Feder umgeht, es hat bislang sowas ja noch nicht erlebt. Zeige, wie herum der Füller zu halten ist, wo die Tinte rauskommt und demonstriere, dass man nicht fest drücken muss, dass die Tinte rauskommt. Dann lass dein Kind probieren und höre vor allem hin. Kratzt der Füller über das Papier? Wenn ja, schau hin und überlege warum. Stimmt der Winkel nicht, mit dem das Kind den Füller hält - verändere ihn. Drückt es zu fest auf? Dann kannst du akut wenig machen, meist ist in so einem Laden kein Tisch in Kinderhöhe, wo dein Kind bequem dran sitzen kann mit dem Unterarm schön auf dem Tisch. Meist steht man an einem Tresen und der Arm hängt in der Luft. Schau, welche Situation sich dir bietet. Probiert auf jeden Fall mehrere Füller aus, höre immer wieder hin und schaue immer wieder, wie der Füller in der Hand liegt. Schlussendlich muss der Füller dem Kind auch noch gefallen, es gibt sie Gott sei Dank, alle in unterschiedlichen Farben.

 

Bei manchen Kindern klappt es mit dem Füller aber gar nicht. Tatsächlich wird erst trotzdem einer gekauft, die Kinder quälen sich eine Weile damit herum, es kratzt, es saut und die Hand verkrampft sich und der Spass am Schreiben rückt in weite Ferne. Wenn die Phase zu lange betrieben wird, vermasselt man dem Kind das Schreiben womöglich. Trete hier bei Zeiten auf die Notbremse. Spreche mit der Lehrerin ob es möglich ist auf einen Rollerpen zu wechseln. Oft genug wird das von den Lehrern schon toleriert. Der große Vorteil des Rollerpens ist, er hat keine Feder sondern eine Kugel vorne in der Spitze. Das ermöglicht deinem Kind den Stift in alle Richtungen zu bewegen, ohne das die Feder mal schief stehen kann und es kratzt. Der Rollerpen gleitet über das Blatt und ist für die allermeisten Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Füller haben, die Rettung.

 

Sollen jetzt alle Kinder besser mit dem Rollerpen schreiben? Nein! Wer mit dem Füller schreiben kann, fördert damit seine Graphomotorik deutlich mehr als mit einem Rollerpen. Den Füller wirklich zu beherrschen braucht auch bis ins dritte Schuljahr und manchmal noch darüber hinaus. Aber das lohnt sich. Ab der 5 Klasse dürfen die Kinder oft schon mit anderen Stiften schreiben und wir sehen ab dann leider auch oft eine Verschlechterung der Handschrift.

Aber Handschrift ist ein anderes Thema und kommt ein anderes mal in diesem Blog vor.

 

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